3. Wissenschaftspropädeutisches Arbeiten und fächerübergreifendes Lernen
Im Rahmen der genannten Zielvorstellungen trägt der Religionsunterricht zum wissenschafts-propädeutischen Arbeiten bei:
- Er fördert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Er leitet an, zu erzählen, zu berichten und zu argumentieren.
- Er erweitert das Sprach- und Wirklichkeitsverständnis. Er erschließt fachspezifische Begriffe, Stilmittel und Gattungen. Er verdeutlicht die Ausdruckskraft von Metaphern und Symbolen.
- Er führt ein in die Arbeit mit Texten und Bildern. Er schult die Wahrnehmungsfähigkeit für Bilder und Texte und übt Methoden der Interpretation ein.
- Er fördert die Fähigkeit zu abstraktem Denken. Er klärt grundlegende Fachbegriffe und macht vertraut mit exemplarischen – insbesondere mit theologischen und philosophischen – Denkmodellen.
- Er leitet an zu geschichtlichem Verstehen. An exemplarischen Ereignissen zeigt er auf, wie sich die heutigen Verhältnisse und Probleme geschichtlich entwickelt haben.
- Er fördert die Kritik- und Urteilsfähigkeit. Er erörtert Konflikte und Entscheidungssituationen und macht die Struktur ethischer Urteile bewusst.
- Er weckt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Er erschließt ethische Normen, weist auf Menschen hin, die vorbildlich gelebt haben, und macht die Dringlichkeit verantwortlichen Handelns bewusst.
- Er fördert die Fähigkeit, mit anderen zusammenzuarbeiten. Er unterstützt soziales Lernen und öffnet den Unterricht, beispielsweise durch Lernen in Projekten oder durch Formen der Freiarbeit.
Der Religionsunterricht ist eng verknüpft mit anderen Fächern. Seine Aufgaben und Ziele schließen naturgemäß die Auseinandersetzung mit historischen, soziologischen, geographischen oder naturwissenschaftlichen Fragestellungen ein. Darüber hinaus ergeben sich inhaltliche und methodische Überschneidungen mit anderen Fächern, beispielsweise wenn der Religionsunterricht sich mit Texten, Bildern oder Musik beschäftigt. Darin liegt die Chance zum fachübergreifenden und fächerverbindenden Denken und Arbeiten, wobei jedes Fach seine Perspektive und sein Problembewusstsein einbringen soll.