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Zuletzt aktualisiert:

 

15.01.2010, 09:50

 

 

Der Religionsunterricht in der Gymnasialen Oberstufe Saar (GOS)

Mit der Klassenstufe 10 beginnt im katholischen Religionsunterricht etwas Neues: Es öffnet die Tür zu einem Religionsunterricht, der zwar an die Lernstränge der Sekundarstufe I anknüpft, aber mit seiner kulturgeschichtlich-genetischen Struktur doch wesentlich neue Akzente setzt. Gleichzeitig wird die Sekundarstufe I zum Abschluss gebracht.

 

Der didaktische Kerngedanke ist einfach: Am Leitfaden der Geschichte werden die Schülerinnen und Schüler mit grundlegenden Inhalten des christlichen Glaubens vertraut gemacht. Sie sollen ins Gespräch kommen mit jenen zentralen jüdischen und christlichen Überlieferungen, die das christliche Welt- und Menschenbild geprägt haben. Sie sollen bekannt werden mit exemplarischen Ausprägungen des Glaubens und der Kirche in der Antike, im Mittelalter und in der Neuzeit.

 

Dadurch leistet der Religionsunterricht einen Beitrag zur Kulturhermeneutik. Denn die Schülerinnen und Schüler lernen jene Grundzüge unserer abendländischen Kultur kennen, die bis in die Gegenwart hinein bedeutsam sind und weiter wirken in der kulturell geformten Suche nach dem richtigen Leben - für den Einzelnen wie für die Gesellschaft im Ganzen. Auf diese Weise  erweitert der Religionsunterricht das Weltverständnis der Schülerinnen und Schüler und unterstützt sie zugleich bei der Suche nach ihrer eigenen Lebensgestalt.

 

Ein derartiger Religionsunterricht will historisches Basiswissen vermitteln und zugleich zum Dialog über Probleme unserer Zeit befähigen. Für die Lehrplankommission ergab sich daraus folgendes Problem: Will man die geschichtliche Entwicklung des Christentums von seinen Wurzeln bis in die Gegenwart nachzeichnen, muss man Akzente setzen.

 

So bilden in den Halbjahren 10.2 und 11.1 die biblische Schwerpunkte ‘Das Exil als prägende Zeit für das Judentum’ und ‘Der Jude Jesus und seine Zeit’ jeweils den Orientierungsrahmen, von dem her die übrigen Themen des Halbjahres ihr Profil gewinnen. Für die folgenden Halbjahre sollte ein kirchen- und kulturgeschichtlicher Schwerpunkt gesetzt werden, der charakteristisch ist für die weitere geschichtliche Entwicklung. Deshalb wurde für das Mittelalter das 13. Jahrhundert als exemplarische Epoche gewählt und für die Neuzeit das Zeitalter der Aufklärung. Die kultur- und kirchengeschichtliche Hinführung zu diesem Epochenschwerpunkt steht jeweils verbindlich am Anfang des Kurshalbjahres und ermöglicht dadurch eine bessere Einordnung der folgenden Themen. Das Halbjahr 12.2 markiert die Ankunft in der Gegenwart: Hier soll der Dialog über heutige Fragen, die zwischen Gesellschaft, Kultur und christlichem Glauben zu klären sind, geführt werden.

 

Damit ergeben sich folgende Halbjahresthemen:

 

10.2 - Die Anfänge (I): Israel und seine heiligen Schriften

 

11.1 - Die Anfänge (II): Von der Bewegung um Jesus zu den Gemeinden des Christus

 

11.2 - Zwischen Aufbrüchen und Widersprüchen: Die Welt des Hochmittelalters 

 

12.1 - Unter der Herrschaft der Vernunft: der Weg in die Moderne

 

 

12.2 - Das Christentum vor den Herausforderungen der Gegenwart         

 

 

Diese Halbjahresthemen werden nach einer kirchen- und kulturgeschichtlichen Hinführung jeweils durch folgende Lernstränge strukturiert:

 

  • Die Sprache der Religion(en)
  • Gottes-Bilder
  • Menschen-Bilder
  • „Gemeinschaft der Erlösten“ - Anspruch und Realität
  • Die Suche nach dem ‘richtigen’ Leben

 

Eigens hervorgehoben werden für jedes Halbjahr des 2-stündigen Unterrichts drei verbindliche Themen. Wird das Fach 4-stündig (als Neigungsfach) unterrichtet, sind alle Themen zu behandeln.